B wie „ich bin unsichtbar, oder was?“

Flagge der Bisexuellen (oben Pink, in der Mitte schmaler Lila, unten Blau)Heute ist der Internationale Tag gegen Homo- und Transphobie – so steht es in der deutschen Wikipedia. Der gleiche Artikel der englischsprachigen Wikipedia spricht vom International Day Against Homophobia, Transphobia and Biphobia. Dort ist zu lesen, dass nachdem 2009 Transphobie mit aufgenommen wurde, dieses Jahr Biphobie im Titel ergänzt wurde. Während im englischen Sprachraum offenbar Fortschritte gemacht werden, ist Bisexualität hierzulande immernoch ziemlich unsichtbar. Sie findet einfach keine Erwähnung.

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Tausend Kreuze in die Spree – Warum wir die AfD nicht als “eurokritisch” verharmlosen sollten

Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung - Demo-Poster 2014

Poster Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung für Kundgebung 2014

Bei dem sogenannten ‚Marsch für das Leben‘ [früher ‚1000 Kreuze für das Leben‘] in Berlin demonstrieren jährlich immer mehr Menschen für ein Abtreibungsverbot und gegen das Selbstbestimmungsrecht der Frauen. Es sind vor allem evangelikale Gruppen, die die Demonstration organisieren und bewerben [mehr zu den Evangelikalen und ihrem wachsenden Einfluss zeigt eine ARD-Doku, nach deren Ausstrahlung der Sender mit einem Shit-Storm überzogen wurde]. Unterstützt werden sie dabei von ganz oben – und damit ist keine überirdische Macht gemeint, sondern die Grußworte der letzten Jahre von Bundesminister*innen und anderen Unionspolitiker*innen sowie Kirchenoberen. Dieser Marsch für Intoleranz hat beispielsweise auch 2010 organisatorische Unterstützung der Katholischen Kirche in Berlin erhalten. (mehr …)

Meist schau ich in die Röhre

RöhrenfernseherWenn mensch sich länger mit Genderfragen und Feminismus beschäftigt, dann wird irgendwann alles völlig automatisch mit dieser Brille betrachtet – auch die vermeintliche Nebensächlichkeiten wie Filme oder Serien. Das heißt dann auch, dass Sexismus und Genderstereotype beim Fernsehen oder im Kino leider echt mächtig nerven.

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#24hHäuslicheGewalt bei #24hPolizei

Die Twitter-Aktion der Berliner Polizei am 6. Juni und 7. Juni 24 Stunden lang aus der Einsatzzentrale live zu twittern um den eigenen Arbeitsalltag zu zeigen und Nachwuchs zu werben, ist sicher ein großer Erfolg für die Berliner Polizei. Neben vielen witzigen Geschichten, die so typisch Berlin sind, bspw. geklaute Gulli-Deckel oder Rollatoren, zahlreichen Parties und so weiter, oder aber auch die tragisch hohe Anzahl an Suizidverdachten und -versuchen, legt diese Aktion auch viel über Häusliche Gewalt und Beziehungsgewalt offen.

Ex-Freunde bei denen die Polizei gerufen werden muss, scheint es leider zahlreich in Berlin zu geben, sowie Streits, bei denen die Polizei gerufen wird und/oder die in Körperverletzungen enden.

Es ist aber davon auszugehen: Alle gemeldeten und vertwitterten Vorkommnisse sind leider nur die Spitze des Eisbergs. (mehr …)

Vergewaltigungsmythen, Slutwalk, Berlin und co.

Dieses Jahr wird wieder ein Slutwalk in Berlin organisiert. Als letztes Jahr am 13. August mehrere Tausend Frauen* und Männer* in Berlin und viele anderen deutschen Städten demonstrierten, waren die Journalist*innen leider zu nichts anderem fähig, als über den Bekleidungszustand der Teilnehmer*innen zu berichten. Dass selbst diese Berichterstattung völlig an der Realität vorbei ging, könnt ihr hier bei Puzzlestücke noch einmal nachlesen.

Auch die Menschen in meinem persönlichen Umfeld, die von den Slutwalks nur über die etablierten Medien was mitbekommen hatten – wenn überhaupt – herrschte der Eindruck vor, dass da ein paar junge Frauen auf die Straße gehen, um für das Recht auf freizügige Kleidung zu demonstrieren. (mehr …)

IT – „It’s Magic“

Gestern wurde dieses Plakatmotiv von @frl_pfefferminz auf Twitter gepostet und eine kleine Debatte dazu entbrannte, u.a. mit @_tillwe_. Für Fräulein Pfefferminz und mich ist dieses Plakatmotiv äußerst problematisch. Da Twitter einfach nicht genug Zeichen hat, hier weitere noch völlig unsortierte Gedanken dazu.

Ich sehe zwar, dass es sehr kompliziert explizit Frauen* anzusprechen, was doing-Gender ist, andererseits aber nicht in die Klischeefallen zu tappen und somit undoing-Gender erfolgreich umzusetzen. Dass bei diesem Plakatmotiv wieder die gängigen Klischees bedient wurden ist ärgerlich. Als Frau* finde ich das nicht besonders ansprechend. Mir machen technische Dinge auch bzw. gerade ohne Pink und Glitzer sehr viel Spaß und wieso werden Frauen* immer als Girls bezeichnet? Ja ich verstehe, dass hier ein Wortspiel sein soll, aber Männer* werden doch auch nicht ständig als Jungs* bezeichnet. (mehr …)

Jobsuche schwer gemacht

Generation Praktikum war vor einigen Monaten (mittlerweile könnten es auch Jahre sein) ein richtig großes Thema in den Medien. Hochschulabsolvent*innen hangeln sich von einem Praktikum zum nächsten, immer auf der Hoffnung entweder übernommen zu werden, oder durch ihre Praktika ihren Lebenslauf soweit zu verbessern, dass es mit den nächsten ‚richtigen‘ Bewerbungen vielleicht klappt. Der eigentliche Sinn von Praktika ist damit längst verloren gegangen.

Ich habe im vergangenen Jahr selbst ein sechsmonatiges Praktikum gemacht, dafür 300,-€ im Monat bekommen bei einer 35 Stundenwoche. Auch wenn einiges bei diesem Praktikum tatsächlich der ursprünglichen Funktion entsprach, bspw. in fast allen Bereichen meiner Arbeitgeberinnen mal reinschnuppern und eigene monatliche Praktikant*innensitzungen, so entsprachen die Aufgaben im Rahmen meines Praktikums, gerade in den späteren Monaten eigentlich eher einer richtigen Stelle. (mehr …)